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Kurzfassung:
Auch wenn sich Papageiern wie Menschen optisch orientieren, besteht ein deutlicher Unterschied, denn diese Vögel können auch im UV- und Infrarotbereich sehen. So ist auch deren Farberkennung eine Andere. Für den Stoffwechsel aller Lebewesen ist das Sonnenlicht unentbehrlich und somit es eine logische Forderung, dass für Papageien eine Mindestanforderung an Beleuchtung vorgeschrieben ist. Wenn man nun berücksichtigt, dass in den Tropen, der Heimat der meisten Papageien, Lichtstärken von über 100000 Lux vorherrschen können, dann kann eine normale Glühlampe mit maximal 2500 Lux auf keinen Fall ausreichend sein. Für die optimale Haltung von Vögeln in Innenräumen muss also sowohl für eine ausreichende Helligkeit und auch für eine sonnengleiche Beleuchtung gesorgt werden, denn Fensterscheiben filtern den UV- und Infrarotanteil des Lichtes heraus. Außerdem hat das Vogelauge eine rund zehnmal höhere Auflösung als das menschliche Auge und somit muss auch das bekannte Flimmern von Leuchtstoffröhren beseitigt werden. Die Lösung kann auch hier nur heißen:Vollspektrumröhren mit Elektronischem Vorschaltgerät (EVG). Mit der dimmbaren Version des EVG können Sonnenauf- und untergänge perfekt simuliert werden.
Ausführliche Beschreibung:
Das Sonnenlicht beeinflusst das Leben aller Lebewesen, natürlich auch das der Papageien. Sehen ist jedoch nicht gleich Sehen, der Mensch sieht ist nur einen Teil dessen, was andere Lebewesen mit ihren Augen erblicken.
Sonnenlicht spielt für das Leben von Papageien und Sittichen eine erhebliche Rolle. Die meisten Papageienarten kommen aus sehr lichtreichen Regionen unserer Erde, z.B. den Äquatorgebieten. Dort beträgt die Lichteinstrahlung nicht nur bis zu 12 Stunden täglich, es herrscht auch eine besondere Beleuchtungsintensität. Ein Sonnentag am Äquator liefert eine Beleuchtungsstärke von 80.000 - 120.000 Lux, zum Vergleich erreicht ein sonniger Sommertag in unseren Breiten nur 50.000 - 100.000 Lux. Ein bedeckter Sommertag erreicht immerhin noch ca. 20.000 Lux, während ein trüber Wintertag bei uns nur 3.000 - 4.000 Lux Beleuchtungsintensität aufweist.
Wendet man sich den Beleuchtungsintensitäten in geschlossenen Räumen zu, wird es geradezu Zappenduster, die abendliche Innenraumbeleuchtung beträgt ca. 100 Lux. Natürlich lassen wir für unser menschliches Ermessen auch genügend Tageslicht in unsere Wohnräume, schließlich gibt es ja Fenster. Den Papageien nutzt dies allerdings wenig. Sie haben ein viel breiteres Sehspektrum als der Mensch, der das natürliche Licht im Bereich von Violett über Blau, Grün, Gelb, Orange bis Rot ( 380-750 nm ) sieht. Papageien sehen darüber hinaus den Ultraviolett- (290-380 nm) und Infrarotbereich ( 700-770 nm).
Fensterscheiben filtern die UV- Strahlung jedoch fast komplett, so kann der Papagei nicht sein ganzes Sehspektrum nutzen. Dadurch erscheint vieles im "falschen Licht". Das für uns Menschen oft als reinweiß erscheinende Gefiederkleid mancher Kakaduarten ist für die Tiere durch das sichtbare UV- Licht viel "bunter". So können sie beispielsweise das Geschlecht des anderen Vogels an der Gefiederfärbung erkennen, in den meisten Fällen benötigt der Mensch dazu eine tierärztliche Untersuchung. Das Sonnenlicht lässt nicht nur die Artgenossen in besonderer Weise erscheinen, die UV - Strahlung hat eine lebensnotwendige Wirkung auf den Stoffwechsel des Vogels. Der Lichtreiz löst die Abgabe wichtiger Hormone aus einem bestimmten Gehirnbereich aus. Diese Hormone wiederum sind für die Produktion anderer Hormone und Substanzen verantwortlich. Mehr noch, durch UV- Strahlen verwandelt der Körper des Vogels das biologisch unwirksame Vitamin D2 in wirksames D3. Vitamin D3 ist für die gesunde Knochenentwicklung der Vögel unabdingbar. Wird ein Papagei nur in der Wohnung ohne direkten Tageslichteinfall gehalten, ist mit einer empfindlichen Störung in der Knochenentwicklung zu rechnen, dies kann später beispielsweise leichter zu Bruchverletzungen führen, mit entsprechend schlechter Heilung ist zu rechnen. Wie können wir unseren Wohnungspapageien das ganze Spektrum des Lichtes zukommen lassen?
Vergleich der spektralen Energieverteilungskurven. Im Handel gibt es spezielle Leuchtstoffröhren, die nahezu das ganze Spektrum des natürlichen Lichtes wiedergeben. Zu den bekanntesten gehören die TRUE-LITE(R) Lampen, die BIRD LAMP von Arcadia(R) oder auch BIO-Licht(R) sowie LifeLite(R) gehören dazu. Dies ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, jedoch ist das Sehvermögen von Papageien sehr viel umfangreicher. Das Vogelauge hat eine hohe Zeitauflösung von bis zu 150 Bildern pro Sekunde, beim Mensch sind es nur 14-18 Bilder pro Sekunde. Die Leuchtstofflampen können nicht direkt an der Netzspannung betrieben werden, geeignete Vorschaltgeräte zwischen Netz und Lampe begrenzen und regeln den Lampenstrom. Bei der Verwendung sogenannter konventioneller Vorschaltgeräte tritt stets ein mehr oder weniger intensives 100-Hz und teilweise auch 50-Hz Flimmern auf. Dieses Flimmern liegt unterhalb der Zeitauflösung des Vogelauges und wird darum als solches deutlich vom Vogel wahrgenommen. Um dieses zu vermeiden sollte man nach Möglichkeit elektronische Vorschaltgeräte einsetzten, welche die Lampen mit 35-50 kHz ansteuern.
Wer also seinem Papagei das natürliche Lichtspektrum durch spezielle Leuchtstoffröhren zuführen möchte, sollte unbedingt ein geeignetes Vorschaltgerät einkalkulieren. Die Röhren sowie die Vorschaltgeräte gibt es in unterschiedlichen Größen von 45 - 150 cm, sowie von 15 - 58 Watt. Als Faustregel gilt hier: Pro 3 m² Volierengrundfläche sollte eine 120 cm Leuchtstoffröhre mit 36 Watt kalkuliert werden. Beim Einsatz von Leuchtstofflampen in Volieren sollten Glas- und Kunststoffabdeckungen vermieden werden, denn diese absorbieren die ultravioletten Strahlen und verringen die blauen Lichtanteile. Um einen Sonnenauf- bzw. -untergang zu simulieren gibt es Dimmer, die zusätzlich eingebaut werden können.
Wer elektrotechnisch versiert ist, kann seine herkömmlichen Vorschaltgeräte umrüsten und spart so die Neuanschaffung einer kompletten Lampe. Die nutzbare Lichtausbeute der in den Lampen enthaltenen Fluoressenzstoffe lässt im Laufe der Zeit nach, auch der UV-Anteil im Licht verringert sich deshalb nach und nach und das Licht wird "dunkler". Deshalb sollten die Röhren bei einer täglichen Betriebsdauer von 12 Stunden nach ca. einem Jahr ausgetauscht werden. Bei den BIO-Licht Lampen kann aufgrund der besseren Phosphate der Austausch erst nach 1 1/2 Jahren erfolgen. Wer keine Leuchtstofflampen bei seinem Vogel platzieren kann, der kann Kompaktlampen verwenden. Diese sieht aus wie eine herkömmliche Energiesparlampe und lässt sich in jede handelsübliche E27-Fassung einschrauben.
Abschließend lässt sich sagen, das wir der richtigen Beleuchtung der Voliere unserer Papageien genauso viel Aufmerksamkeit schenken müssen wie der Gestaltung der Volieren oder Ernährung der Vögel. Natürlich sind diese besonderen Lampen nicht ganz billig, aber wer von uns würde nicht sofort einige hundert Euro für einen neuen Fernseher ausgeben, wenn das Bild des alten irreparabel flackert?
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